Samstag, 22. November 2014

Buchrezension: Die "Alles-ist-möglich"-Lüge

Hallo ihr Lieben,

In dem heutigen Post möchte ich euch von einem interessanten Buch berichten: 
"Die Alles ist möglich-Lüge. Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind" von Susanne Garsoffky und Britta Sembach. Das Buch ist mir in die Hände gefallen, der reisserische Titel polarisiert. Besonders, wenn man Eltern hat, die immer gearbeitet haben. Noch mehr, wenn man selbst frisch Mutter geworden ist und plant, nach einem Jahr wieder in den Beruf einzusteigen und zu wissen, dass es schwer werden wird.



Der Titel polarisiert: Auf der einen Seite scheint er unfair den Frauen gegenüber, die ihr Leben lang Job und Kinder unter einen Hut 'bekommen' haben. Auf der anderen Seite ist es schwierig in unserer Gesellschaft als Mama 'einfach mal daheimzubleiben und die Kinder zu erziehen'. Das ist doch so was von 50er, oder? Aber so ist es zum Glück nicht gemeint...

Es wird erklärt, wie sich "Familie" im Lauf der Zeit verändert hat: sei es durch politische, wirtschaftliche oder soziale Faktoren. Sie erklären, warum wir nun an dem Punkt stehen, an dem wir uns in der Gegenwart befinden und was das für Ungerechtigkeiten nicht nur für Frauen, sondern für Familien oder alleinerziehende Menschen beinhaltet.

Die beiden Autorinnen bringen auf den Punkt, womit Mütter (und natürlich auch die gesamte Familie) sich in der heutigen Gesellschaft auseinandersetzen müssen: Seien es schlechte Jobangebote für zu hoch qualifizierte Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf, unzureichende Anerkennung für "das bisschen Haushalt" und die Betreuung von Kindern oder hilfsbedürftigen Angehörigen, schlechtere Bezahlung bei gleichwertiger oder sogar noch besserer Qualifikation...  und das sind leider nur einige Punkte...




Es ist leider erschreckend, dass Familie bzw. Kinder mittlerweile einen so geringen Stellenwert für die Gesellschaft und vor allem die Arbeitgeber darstellen. Das Problem "das kranke Kind" ist wohl manchmal annehmbar, zwar zeitintensiv genug, aber meist vorübergehend. Das Problem "das Kind, das Aufmerksamkeit haben will/verdient" bleibt für länger...

Ehrlich gesagt hatte ich schon eine solche Vorahnung, dass Emanzipation der Frau nicht nur eine Eigenständigkeit beinhaltet, sondern vielfach einfach nur eine Voll-/Teilzeitstelle, Kindererziehung, Familienorganisation und den Haushalt bedeutet. Und wer weiß, wie lange man das aushält bzw. welchen Preis man dafür als Mensch bezahlt.
Das Buch zeigt Chancen auf, wie sich die Gesellschaft, die Arbeit und die Familien verändern könnten, damit Familien eine Möglichkeit des normalen Lebens nicht komplett versagt wird. Es gibt Mittel und Wege, wie man das alles verbessern kann, Familienpolitik neu umstrukturieren kann, wieder mehr Verantwortung des Einzelnen für die Gesellschaft entwickeln kann.

Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen, denn es ist erschreckend, dass unsere heutige Gesellschaft so ist. Aber dieses Buch zeigt auch Möglichkeiten für einen Ausweg aus diesem Gefüge, ohne dabei rückständig die Frauen an den Herd zu schicken und ihnen Schürzen umzuhängen. Man kann eine andere, kinderreiche und glückliche Zukunft erschaffen, es muss sich allerdings einiges ändern. Susanne Garsoffky und Britta Sembach erörtern in ihrem Buch wissenschaftlich die gegenwärtige Lage der Familie in Deutschland, scheuen nicht den Blick in die Familiensituationen im Ausland und geben einem Hoffnung.

Das einzige Manko des Buches traf mich auf der letzten Seite: Wo ist die Petition zum unterschreiben, der Aufruf zum Protest, zum Aufschrei gegen die Ungerechtigkeit? Ich würde mitmachen...

Ihr Lieben, lasst euch einige Dinge durch den Kopf gehen und denkt an eure Zukunft. Wenn ihr mehr wissen möchtet, dann lest dieses Buch. Wacht auf, denn es geht um unsere Zukunft und die unserer Töchter und Söhne.

Alles Liebe, 
Pilinka

  







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