Freitag, 23. Januar 2015

Das Bubu hat ein weißes Kleid... oder wie man den Nähmut verlieren kann

Hallo ihr Lieben

Der Titel suggeriert, dass das Taufkleid fertig wäre. Ist es nicht. Es fehlen noch die Knopflöcher und die Knöpfe. Das einzige was fertig ist, das bin ICH. Wenn ich jemals wieder solch ein Taufkleid nähen sollte, dann darf  mich gerne jemand ohrfeigen, damit ich von diesem Plan wieder abkomme. Solch ein kleines weißes Kleid und soooo viel Ärger. Ich habe mich mehrmals beherrschen müssen, dass ich das Kleid nicht einfach in einem der unzähligen Wutanfälle zerreisse. Bis jetzt habe ich es noch nicht wieder zerstört, aber ich habe ja noch die Knopflöcher...

Alles was ich an dem Kleid mag, hat mich beim Herstellen zur Weißglut getrieben:

1. Der Stoff ist ein vintage Stück: Dasist keine romantische Beschönigung, das heißt einfach nur, dass ich nur eine Chance habe um das hinzubekommen. Witzig, wenn man bedenkt, dass ich den Schnitt dreimal übertragen habe und er jedes Mal anders aussah... zudem hatte ich von dem Stoff auch nur noch eine begrenzte Menge.

2. Der Stoff ist hauchzart. In der Anleitung steht, dass man einen duftigen Baumwollstoff nehmen sollte. Check. Das dieser feine Baumwollstoff aber ständig verrutscht, grundsätzlich schwer zu verarbeiten ist und dann ja noch fast durchsichtig ist (so sieht man alle Naht-Patzer hindurch), ist wohl der Grund warum das gute Stück sooo lange bei meiner Mutter lag...

3. Diese zarten Rüschen: Rüschen sind definitiv böse. Dank meiner Overlock habe ich meine Rüschen zuerst mit einem zarten Rollsaum versehen und dann eingekräuselt. Danach wieder aufgetrennt, weil die Rüsche zu sehr gekräuselt war und deshalb nicht gereicht hätte (siehe Punkt 1). Eine halbe Ewigkeit die schöne Kräuselnaht aufgetrennt und nochmals gekräuselt. Danach ging es fast von der Länge, aber nur fast, also musste penibel hin- und hergeschoben werden, damit die Rüsche für die gesamte Länge reicht. 

4. Die Armausschnitte sind so schlicht: Das Säumen und Nähen der Armauschnitte war schwer. Hinzu kam natürlich, dass ich durch die Schneeblindheit, die der Stoff nach 1min Hinsehen verursacht, die Ausschnitte auf der falschen Seite abgesteppt habe. Also alles wieder auf und nochmal von vorne. 

5. Die Passe ist schön rund: Im echten Leben nicht. Und beim letzten Schritt habe ich es auch noch tatsächlich hinbekommen, die Ärmausschnitte zuzunähen. 

Noch Fragen? Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mittlerweile eine sehr geübte Näherin bin und mir nichts mehr Angst machen muss. Darauf aufbauend würde ich vermuten, dass dieses Kleid verhext, verflucht oder einfach nur böse ist. Genau wie die Rüschen... 

Das Kleid gibts dann hoffentlich bald fertig zu sehen... 

Meine gute Laune kam beim Schreiben zurück und ich freue mich auf so einige schicke Projekte, die ich euch zeigen werde... Darum hier ein kleiner Ausblick und der ironische gute-Laune-Spruch des Tages:



Deshalb geht es auch zum Freutag und nicht zum Hasstag...

Alles Liebe, 
Pilinka



Kommentare:

  1. Oh je - das erinnert mich an mein Frusterlebnis von gestern (ich wollte mal was für mich Nähen lernen ...) - aber ich kann auch nicht behaupten eine geübte Näherin zu sein. Ich hoffe das Taufkleid wird doch noch schön und etwas Besonderes für dich ist es dann sowieso. Du schaffst das! Ich freue mich auf deine Projekte! LG Ingrid (und ich muss sagen es macht dich unheimlich symphatisch, dass auch nicht alles perfekt ist - und wer weiß, vielleicht doch Hexerei :-))

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  2. Omann, omann... Zum Glück wirst du es in ein paar Tagen aus der lustigen Seite, wenn das ganze fertig ist!!

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Ich freue mich über Anregungen, Fragen und und und. Vielen Dank für deinen Kommentar!